Prüfkammern simulieren reale Innenräume mit definierten Temperaturen, Luftwechselraten und Oberflächenverhältnissen. ISO 16000 liefert ein methodisches Rahmenwerk, EN 16516 harmonisiert Bauprodukte in Europa, CDPH v1.2 ist in vielen Projekten international anerkannt. Wichtig sind Probenvorbereitung, Messzeitpunkte (z. B. 3, 7, 28 Tage) und Identifizierung relevanter Einzelstoffe. Nur so erhalten Sie Ergebnisse, die tatsächlich Vergleichbarkeit ermöglichen.
Lesen Sie TVOC-Werte stets zusammen mit Einzelsubstanzen, da wenige kritische Verbindungen die Wirkung dominieren können. Beachten Sie E1 beziehungsweise E05-Klassen für Holzwerkstoffe, nationale Vorgaben und projektbezogene Zielwerte. Achten Sie auch auf SVOCs und Weichmacher. Ein sauber definiertes Emissionsbudget je Raum oder Gewerk verhindert Überraschungen und lässt bewusst Reserve für Bau- und Nutzungsphase.
Gewichten Sie Emissionen, Materialgesundheit, EPD-Indikatoren, Zirkularität, Herkunft, Service und Preis. Definieren Sie Muss-Kriterien und Bonuspunkte für herausragende Leistungen, etwa Rücknahmeprogramme oder reparierbare Konstruktionen. Visualisieren Sie Ergebnisse in Heatmaps, dokumentieren Sie Annahmen und begründen Sie Abweichungen. So bleiben Entscheidungen nachvollziehbar, auditfest und für alle Stakeholder überzeugend kommunizierbar.
Der günstigste Einkaufspreis täuscht oft. Berücksichtigen Sie Wartung, Austauschintervalle, Ausfallzeiten, Entsorgung und Gesundheitsfolgen. Prüfen Sie Lieferkettenstabilität, verfügbare Chargen, regionale Alternativen und Preissensitivität kritischer Rohstoffe. Verträge mit klaren Service-Leveln, Ersatzteil- und Rücknahmezusagen reduzieren Unsicherheit, verkürzen Stillstände und verbessern die Gesamtwirtschaftlichkeit nachweislich über den Nutzungszeitraum.